Elena Ferrante – Die neapolitanische Sage

Kenne bereits Teil 1 (Meine geniale Freundin), 2 (Die Geschichte eines neuen Namens)  und 3 (Die Geschichte der getrennten Wege) als Hörbucher und kann den viertel Teil (Die Geschichte des verlorenen Kindes) kaum erwarten –> Februar 2018

http://www.zeit.de/2016/36/meine-geniale-freundin-elena-ferrante-roman

Auszug aus ZEIT-Artikel Im Zentrum dieses Zyklus und des überschaubaren neapolitanischen Weltausschnitts, den der erste Band Haus für Haus, Familie für Familie mikrogeschichtsartig bearbeitet, stehen zwei Frauen, die versuchen, ihn zu begreifen und ihm zu entkommen. Die 66-jährige Schriftstellerin Elena Greco erzählt an ihrem Turiner Schreibtisch detailreich, unsentimental und in bezwingender Einfachheit die Geschichte ihrer sechs Jahrzehnte währenden Freundschaft mit der gleichaltrigen Schustertochter Raffaella Cerullo, genant Lila – ein Jahrhundertporträt im Spiegel zweier Frauenleben, angefangen bei der gemeinsamen Kindheit und Jugend in einem neapolitanischen Arbeitervorort der fünfziger Jahre, in dem Töchter verprügelt und an den solventesten Freier im Kiez verhökert werden, über Hochzeit, Mutterschaft und Scheidung bis zum rätselhaften spurlosen Verschwinden der Freundin. Keinen der vier Bände wird man allein beurteilen können, denn im Grunde ist die gesamte Tetralogie, deren einzelne Bände durch Cliffhanger verbunden sind (die Verfilmung der Serie ist schon in Arbeit), ein einziges Buch über die Zerbrechlichkeit weiblicher Selbstentwürfe. Jede der beiden Freundinnen wird auf ihre Art scheitern, die beflissene Elena wird die höhere Schule besuchen, vom Morgengrauen bis spät nachts pauken und am Ende den Romanzyklus über ihre verschwundene Freundin schreiben; die unzähmbare Lila wird von ihrem Vater aus dem Fenster geworfen, als sie zur höheren Schule möchte, und heiratet mit 16 den Lebensmittelhändler des Viertels. Diese beiden Lebensentwürfe gehören zusammen wie zwei Seelen in einer Brust, sie repräsentieren die beiden klassischen Fluchtwege aus dem Drama eines traditionellen Frauenlebens: Der eine führt über die Bildung zu Wohlstand und Anerkennung, der andere über eine vorteilhafte Heirat. Beide Mädchen planen schon in der Grundschule, dem Armenviertel und seiner tagtäglichen Brutalität zu entkommen. Aber nur eine schafft den Aufstieg durch Anpassung und verbissenen Fleiß, indem sie die andere in ihr und damit alles Lebendige und Unberechenbare domestiziert……